Kulturerbe Digital Oberösterreichs regionale Sammlungen online / Kulturpool

Im Zuge des Projekts Kulturerbe digital des BMKÖS (jetzt: BMWKMS) entsteht derzeit ein Onlineportal zur Präsentation der digitalen Objekte aus den Sammlungen Oberösterreichischer Regionalmuseen nach internationalen Standards samt einer Schnittstelle zu Kulturportalen wie Kulturpool oder Europeana. Dieses Portal soll zukünftig allen Museen, die die Intenvarisierungsdatenbank Museumskollektor nutzen, zur digitalen Präsentation ihrer Bestände zur Verfügung stehen.

Im Zuge des Projekts erfolgt die Digitalisierung, Inventarisierung und wissenschaftliche Dokumentation einer definierten Anzahl an Objekten aus zwei Mitgliedsmuseen: aus dem Museum Innviertler Volkskundehaus in Ried im Innkreis und aus dem Färbermuseum Gutau. Das Know-how zur Inventarisierung und Digitalisierung wird gemäß internationaler Standards an diese und in Folge an weitere Museen weitergegeben. 

Josef Wishofer © Färbermuseum Gutau

Projektpartner Färbermuseum Gutau
Das Handwerk des Blaudrucks und der Zeugfärberei sind die zentralen Themen des Färbermuseums in Gutau, beherbergt in einem original als Färberei erbauten und heute denkmalgeschützten Gebäude. Die jahrhundertealte Technik des Blaudrucks wurde 2018 in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Das Färbermuseum setzt sich intensiv mit dem Blaudruck, seiner Geschichte, seiner Vermittlung und Weiterentwicklung auseinander. Dem Museum ist es ein besonderes Anliegen, sich europaweit und darüber hinaus mit ähnlichen Institutionen zu vernetzen.  

Ein weiterer Schwerpunkt des Museums widmet sich der Bearbeitung eines Bestandes zur Familie Zötl, die viele Persönlichkeiten der oberösterreichischen Kulturgeschichte hervorbrachte: Neben Josef Zötl (1806-1871), dem Besitzer der Färberei, der in seiner Wanderschaft nahezu ganz Europa bereiste, zählen dazu der Maler Aloys Zötl (1803-1887) und Dr. Hans Zötl (1846-1938), Mitinitiator der oberösterreichischen Landeshymne. Gezeigt werden Fotografien und Lebensdokumente sowie Gemälde, Zeichnungen und Objekte aus dem Familienbesitz. 

Hl.Isidor © Museum Innviertler Volkskundehaus

Projektpartner Museum Innviertler Volkskundehaus
Religiöse Volkskunst ist einer der großen Sammlungsschwerpunkte des Museums Innviertler Volkskundehaus, das im Zuge des Projekts ausgewählte Exponate der einzigartigen Sammlung des Museums digitalisiert. Dazu zählen wertvolle gotische Skulpturen, Werken der Rieder Bildhauerfamilie Schwanthaler wie u. a. die Kögl-Krippe von Johann Peter Schwanthaler dem Älteren (1720 - 1795) sowie das St.-Sebastians-Bruderschaftsbuch aus dem Jahre 1503.
Weitere einzigartige Objekte aus dem Bereich der religiösen Volkskunst, die im Zuge des Projekts zugänglich gemacht werden sollen, sind besondere Rosenkränze (z. B. aus Natternwirbeln), Breverl, Tauftaler, wertvolle Reliquienarbeiten (so beispielsweise eine Annahand mit Authentizitätsnachweis). Auch verschiedene Amulette, Ulrichskreuze, Neidfeigen oder Sebastianspfeile, welche allesamt die tiefe Religiosität der Menschen zu jener Zeit belegen, sollen digitalisiert und in den Kulturportalen für unterschiedliche Formen der Nachnutzung und für die Forschung zur Verfügung gestellt werden.

Außerdem wird eine Auswahl an Andachts- und Heiligenbildchen aus der umfangreichen Sammlung des Museums, die teilweise bis in das 17. Jahrhundert zurückreicht, in Form von 2D-Digitalisaten samt wissenschaftlicher Dokumentation und ikonographischer Beschlagwortung im Zuge des Projekts bearbeitet. Zudem sollen auch Alltagsgegenstände wie Textilien, Kopfbedeckungen, Schmuck oder Liebesbriefe digitalisiert werden. 

Ansprechpartner: Michael Söllner