Museum Innviertler Volkskundehaus
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gründeten Rieder Bürger eine "Gesellschaft zur Pflege der Rieder Heimatkunde", die sich mit Lokalgeschichte und Forschungen rund um die Bildhauerfamilie Schwanthaler befasste. Der drohende Verkauf der so genannten "Kögl-Krippe" von Johann P. Schwanthaler d. Ä. war Ausgangspunkt zur Gründung des Museums. Mit dem Ankauf dieses Werkes wurde der Grundstein der Sammlung gelegt, die neben Schwanthaler-Skulpturen auch Objekte des bürgerlichen und bäuerlichen Lebens beinhaltet. Bis 1933 konnte die Sammlung auf 5500 Katalognummern erweitert und im selben Jahr durch die Stiftung einer umfangreichen Sammlung religiöser Volkskunst des Pfarrers Johann Veichtlbauer (1867-1939) verdoppelt werden. Das daraufhin neu geschaffene Museum erhielt auf Wunsch Veichtlbauers den Namen "Innviertler Volkskundehaus".
Das Museum erfuhr eine systematische Erweiterung durch den Stadthistoriker Prof. Max Bauböck (1897-1971). Seit 1973 wird das Museum durch die Kulturabteilung der Stadtgemeinde Ried geführt. Es folgten der Um- und Ausbau des Museums, das mit seinen Sammlungen an Volkskunde und religiöser Volkskunst eines der qualitätvollsten Häuser in Oberösterreich ist. Eine neuerliche Erweiterung erfolgte 2003 durch den Bau des Sparkassen-Stadtsaals und die Gestaltung der stadtgeschichtlichen Ausstellung.
Die Sammlung des Volkskundehauses umfasst etwa 12.000 Objekte, einen Bestand von etwa 30.000 Heiligen- und Andachtsbildern sowie rund 5.000 Gemälde und Grafiken sowie die Sammlung Kislinger.
Neben den Werken der Bildhauerfamilie Schwanthaler aus dem Bestand des Museums ist die Sonderausstellung "Die heimgekehrten Schwanthaler" aus einer Münchner Privatsammlung zu besichtigen.
Die Stadtgeschichtliche Ausstellung "Ried zwischen Bayern und Österreich" gibt einen Einblick in die wechselvolle Geschichte Rieds.
Die volkskundlichen Sammlungen gliedern sich in die Bereiche Handwerk, Trachten und Textilien, Schmuck, Gefäße und religiöse Volkskunst. Letztere umfasst Hinterglasbilder, Andachtsbilder, kostbare Reliquienkreuze und aufwändige Klosterarbeiten. Religiöse Schutzmittel sowie religiöse und nicht religiöse Amulette zeigen eindrucksvoll das Spannungsfeld zwischen Glaube und Aberglaube.
Die Galerie der Stadt Ried bietet einen Überblick über das künstlerische Schaffen im Innviertel, das stark von der 1923 gegründeten Innviertler Künstlergilde geprägt ist. Dieser Vereinigung gehörten auch überregional bedeutende Künstler wie Alfred Kubin, Aloys Wach und Margret Bilger an. Zu den bedeutendsten aus Ried stammenden Malern zählen Wilhelm Dachauer (1881-1951), Franz Xaver Weidinger (1890-1972) und Herbert Dimmel (1894-1980).
Stille-Nacht-Krippe
Eine Besonderheit im Museum Innviertler Volkskundehaus stellt die "Oberndorfer
Krippe" dar, vor der im Jahr 1818 erstmals das weltberühmte Weihnachtslied "Stille
Nacht, Heilige Nacht" erklang. Zum Jubiläum "200 Jahre Stille Nacht" erfolgte eine
umfassende Restaurierung der Krippe, die nun in einem eigenen Raum,
eingebettet in eine stimmungsvolle Landschaft mit Alpenpanorama, präsentiert
wird. In diese Gestaltung wurden alle originalen Teile übernommen.
Museumsbesuch mit Audio-Guide
Mit Audio-Guides kann das Museum Innviertler
Volkskundehaus am Smartphone in deutscher und englischer Sprache erkundet werden.
Auch ein Stadtrundgang steht als Audio-Guide zur Verfügung.
Barrierefreier Museumsbesuch
Die Ausstellung kann von Menschen mit Beeinträchtigung ohne Einschränkung besucht
werden. Rampen für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, Texte in
Braille-Schrift, Hörstationen und Bildreproduktionen zum Tasten sind ebenso zu
finden wie Objekte gibt, die berührt werden dürfen - was für alle Besucherinnen und
Besucher eine besondere Bereicherung darstellt.
Linktipp forum oö geschichte
Dokumentation im Digitalen Ausstellungsarchiv Oberösterreich
- Wilhelm Dachauer (1881-1951). Meisterhafte Zeichnungen, Studien und Gemälde (14. Juni bis 14. September 2019)
> Weitere Museen im Ort
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Lage und Anreise
Kirchenplatz 13
4910 Ried im Innkreis