Pionierinnen der Gmundner Keramik | Schlossmuseum Linz
Emilie Schleiss-Simandl und die weibliche Gestaltungskraft von 1843 bis 1983
Von 1843 bis 1983 prägten Frauen der Familie Schleiss die Entwicklung der Gmundner Keramik entscheidend mit. Die Ausstellung Pionierinnen der Keramik im Schlossmuseum Linz widmet sich vom 4. November 2026 bis zum 14. März 2027 Emilie Schleiss-Simandl und der weiblichen Gestaltungskraft über mehrere Generationen hinweg. Die Familie Schleiss steht dabei beispielhaft für weibliches Unternehmertum, künstlerische Innovation und regionale Tradition.
Franziska Wiesinger - Die Wegbereiterin
Als ausgebildete
Hafnerin führte Franziska Wiesinger, verh. Schleiss, ab 1843 die Keramikwerkstatt
in der Theatergasse. Sie beschickte die Märkte mit den Keramiken und organisierte
den Werkstattalltag, während ihr Mann Franz de Paula Schleiss politische Ämter
bekleidete. Mit Sohn Leopold und dessen Frau Josefine entwickelte sich die
Werkstatt weiter und mündete 1903 in die Gründung der bis heute bestehenden Fabrik
in Traunleiten.
Emilie Simandl - Künstlerischer
Aufbruch
Internationales künstlerisches Profil erhielt die
Manufaktur durch Emilie Simandl, verh. Schleiss. Die Entwürfe der Bildhauerin,
Keramikerin und Absolventin der Kunstgewerbeschule Wien sind geprägt von
Jugendstil, Art Déco und volkskundlich geprägten Figuren, Geschirr und Kachelöfen.
Diese Verkaufsschlager trugen zum bis heute andauernden Erfolg der Gmundner Keramik
bei.
Trude und Marianne Schleiss - Kunst im Wandel
Marianne, verh. Eidner, vollendete viele Entwürfe ihrer Mutter mit ihrer
charakteristischen Malerei. Trude führte die Schleiss Keramik ab 1961 bis zur
Schließung 1983. Ihre Arbeiten verbanden Art Déco, Bauhaus und Neue Sachlichkeit
mit Motiven der Volkskunst des Salzkammerguts. Damit steht die Familie Schleiss für
eine außergewöhnliche, weiblich geprägte Kontinuität, die die Gmundner Keramikkunst
zwischen 1843 und 1983 maßgeblich formte.
Ein Teil der in der Ausstellung präsentierten Exponate konnte dank der großzügigen Unterstützung der Gesellschaft zur Förderung des Oberösterreichischen Landesmuseums für die Sammlung erworben werden.
Kuratorin: Veronika Schreck
Ausstellungsdauer: 4. November 2026 bis 14. März 2027
Ausstellungseröffnung: 3. November 2026, 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10:00 - 18:00 Uhr