10. Juli 2026 - 11. Okt. 2026

Schlossmuseum Linz - OÖ Landes-Kultur GmbH

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Grafische Schätze aus der Sammlung Kastner | Schlossmuseum Linz

1975 erhielt das OÖ. Landesmuseum durch die Zuwendung des Juristen Dr. Walther Kastner einen
bedeutenden Zuwachs an Gemälden, Skulpturen und Grafiken. Von Beginn an war an diese
Schenkung eine Bedingung geknüpft - die Sammlung sollte als geschlossenes Ensemble bewahrt
und regelmäßig präsentiert werden. Weitere Überlassungen folgten nach dem Tod des Sammlers
und seiner Witwe.

Die Sonderausstellung Grafische Schätze aus der Sammlung Kastner zeigt im Schlossmuseum Linz erstmals alle Grafiken aus diesem Vermächtnis von 1975 in ihrer Gesamtheit. Aufgrund der Lichtempfindlichkeit unterliegen diese Arbeiten konservatorischen Einschränkungen und dürfen nur in größeren Abständen gezeigt werden. Ihre Präsentation vom 10. Juli bis zum 11. Oktober 2026 eröffnet daher seltene Einblicke in einen ansonsten verborgenen Teil der Sammlung.

Die Schwerpunkte der Schau liegen vorwiegend beim Wiener Biedermeier und im 19.
Jahrhundert. Die Zeichnungen zeigen romantische Landschaften, Porträts und Genreszenen von
namhaften Künstlern wie der Familie von Alt, Joseph Kriehuber oder Moritz von Schwind. Diese
wechseln sich ab mit großen Namen der Jahrhundertwende und des 20. Jahrhunderts. Dazu
gehören Gustav Klimt, Egon Schiele, Oskar Kokoschka und Alfred Kubin.

Die Sammlung Kastner als Gegenstand der Provenienzforschung
Begann Walther Kastners Karriere als Jurist bereits in den Jahren der Zwischenkriegszeit und des
austrofaschistischen Ständestaates, so nahm er während der Zeit des Nationalsozialismus hochrangige Positionen u. a. innerhalb der mit der "Arisierung" von österreichischen Großunternehmen beauftragten Österreichischen Kontrollbank ein. Daher sind Kastner und die Schenkungen aus seiner Sammlung Gegenstand einer zeitgemäßen, wissenschaftliche Forschung, die einen differenzierten Blick auf dessen Biografie und Sammlungstätigkeit ermöglicht.

Die bis 2019 von Birgit Kirchmayr und Gregor Derntl durchgeführte Provenienzforschung konnte keinen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Tätigkeit Kastners während der NS-Zeit und
dem Aufbau seiner Kunstsammlung feststellen. Doch konnten Werke aus dessen Sammlung
eruiert werden, die aus dem Eigentum ehemals NS-Verfolgter stammen und auf einen möglichen
Entziehungshintergrund hinweisen. Sie gelangten über Ankäufe im Kunsthandel in den 1950er-
und 1960er Jahren in die Sammlung. Die Recherchen führten zur Restitution eines Gemäldes an
die Erbin nach Oskar Reichel im Jahr 2013. Die Schenkung Kastner ist Gegenstand der fortlaufenden Provenienzforschung.

Heute bewahrt die Grafische Sammlung des Landes Oberösterreich mehr als 1.000 Zeichnungen und Druckgrafiken aus den Kastner-Schenkungen. Aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit können viele dieser Werke nur selten gezeigt werden. 

 

Ausstellungsdauer: 10. Juli bis 11. Oktober 2026
Ausstellungseröffnung: 9. Juli 2026, 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10:00 - 18:00 Uhr