27. Juni 2026 - 01. Nov. 2026

Museum Angerlehner

Ascheter Straße 54, 4600 Thalheim bei Wels

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Tel.: +43 7242 224422-0

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TRAGLAST. Grey Time | Museum Angerlehner

Das Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels präsentiert vom 27. Juni bis zum 1. November 2026 die Ausstellung TRAGLAST des Künstlerduos grey timeJeremias Altmann und Andreas Tanzer versammeln dabei erstmals eine museale Übersicht jener Werke, die seit der Gründung ihrer Zusammenarbeit im Jahr 2013 entstanden sind.

Die graue Zeit hält Einzug in die große Ausstellungshalle des Museums. Das Künstlerduo nimmt den Begriff neu auf und überträgt ihn unter grey time in einen zeitgenössischen Kontext. Ausgehend von der Frage nach Vergänglichkeit und nach den Spuren menschlicher Existenz entwickeln sie ihre Arbeiten in enger Zusammenarbeit, in der individuelle Autorschaft zugunsten einer gemeinsamen Werkschöpfung zurücktritt. Neben Druckgrafiken und skulpturalen Arbeiten bildet vor allem die Malerei den Schwerpunkt ihres Schaffens. Entscheidungen entstehen aus einem fortlaufenden Dialog zwischen zwei Positionen, der sich unmittelbar auf der Bildoberfläche einschreibt. Der Entstehungsprozess ist von intensiver Konzentration geprägt, wobei die Künstler über mehrere Tage hinweg gemeinsam und abgeschieden an ihren Gemälden arbeiten und ihre Aufmerksamkeit ganz auf den Akt des Malens richten. Der Verlauf eines Bildes bleibt lange offen und entwickelt sich aus Reaktionen auf bereits gesetzte Spuren.

Charakteristisch für die Arbeiten von grey time ist die konsequente Beschränkung auf Grautöne, die
nicht allein als Farbe, sondern als atmosphärische Grundlage der Bildwelten fungieren. In diesen Räumen entstehen Landschaften, architektonische Fragmente und abstrakte Strukturen, die sich keiner eindeutigen Zuordnung fügen. Titel einzelner Arbeiten eröffnen zusätzliche Bedeutungsebenen, indem Begriffe wie "Strafkolonie" literarische und historische Assoziationen hervorrufen und auf Fragen von Macht, Gewalt und Verantwortung verweisen. Die Bildräume erinnern mitunter an postapokalyptische Szenarien, an Relikte menschlicher Zivilisation oder an Orte im Zustand der Transformation, in denen sich Vorstellungen von Vergänglichkeit und Veränderung verdichten.

Viele Werke entstehen in monumentalen Formaten. grey time greift damit eine kunsthistorische Tra-
dition auf, verschiebt jedoch ihren thematischen Fokus, indem an die Stelle heroischer Erzählungen
Szenen des Zerfalls und der Transformation treten. Vor diesem Hintergrund erhält auch der Titel der
Ausstellung eine besondere Bedeutung. TRAGLAST verweist zunächst auf die Geschichte des Ausstellungsortes, in dem ein Schwerlastkran mit einer Tragfähigkeit von zehntausend Kilogramm installiert ist, lässt sich jedoch ebenso als Hinweis auf die metaphorische Schwere der dargestellten Bildwelten verstehen. Die Arbeiten richten den Blick auf Zustände der Belastung und Fragilität und thematisieren Momente, in denen bestehende Strukturen an ihre Grenzen geraten und ihre Stabilität infrage gestellt wird, wodurch TRAGLAST auch auf gegenwärtige Belastungsproben moderner Gesellschaften verweist.

Im Museum Angerlehner wird diese künstlerische Auseinandersetzung unmittelbar erfahrbar. Mit 8
Metern Höhe und 15 Metern Breite schaffen die Künstler vor Ort in knapp zwei Wochen das bislang größte im Museum Angerlehner gezeigte Gemälde, das damit zu den monumentalsten zählt, die jemals museal in Österreich präsentiert wurden. Besucherinnen und Besucher begegnen dabei nicht nur fertigen Kunstwerken, sondern auch den Spuren des Entstehungsprozesses, die jedem Werk zugrunde liegen, sodass der Blick zuletzt wieder auf jene Farbe fällt, die den Arbeiten von grey time zugrunde liegt, dem Grau. Es entzieht sich der klaren Zuordnung und steht in einer von Polarisierungen geprägten Gegenwart für Ambivalenz, Komplexität und die Fähigkeit, Widersprüche auszuhalten.

Die Bildwelten von grey time bewegen sich in diesem Zwischenraum, zeigen keine eindeutigen Lösungen und eröffnen Landschaften der Unsicherheit und einer offenen Zukunft. In diesem Sinne wird TRAGLAST zu einer Metapher für eine Zeit, in der sich zeigt, welche Belastungen eine Gesellschaft zu tragen vermag. 

Kurator: Antonio Rosa de Pauli


Ausstellungsdauer:
 27. Juni bis 1. November 2026
Ausstellungseröffnung: 27. Juni 2026, 15:00 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag 14:00 - 18:00 Uhr, Sonntag 10:00 - 18:00 Uhr
Montag bis Freitag auf Anfrage (nur für Gruppen)