23. Feb. 2024 - 05. Mai 2024
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Lentos Kunstmuseum Linz

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Donau:Insel | Lentos Kunstmuseum Linz

Die Künstler Herwig Turk und Gebhard Sengmüller erkunden in ihrem Ausstellungsprojekt die Donau im Spannungsfeld von Naturwissenschaft und Kunst. Videos, Installationen, Fotografien und Skulpturen bieten eine intensive Auseinandersetzung mit dem Fluss und seiner Bedeutung für Mensch und Umwelt. Ein Fokus liegt dabei auf der Erforschung der Bedeutung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses Gewässers für Linz.

Indus­trie­zo­ne, Nah­erho­lungs­ge­biet und sen­si­bles Öko­sys­tem - die Donau ist als über­form­te Kul­tur­land­schaft von star­ken Gegen­sät­zen geprägt. Die öster­rei­chi­schen Künst­ler Her­wig Turk und Geb­hard Seng­mül­ler machen dies zum Aus­gangs­punkt ihrer künst­le­ri­schen Recher­che: im Rah­men ihres Pro­jekts Donau: Schicht­wech­sel im Lücken­raum ent­stand ein ursprüng­lich für Wien kon­zi­pier­ter Werk­kom­plex an der Schnitt­stel­le von Kunst und Natur­wis­sen­schaft. Die­ser wird durch die geo­gra­fi­schen, öko­lo­gi­schen und his­to­ri­schen Gege­ben­hei­ten der Stadt Linz für die Aus­stel­lung erwei­tert. Durch die Insel als künst­le­ri­sche Denk­fi­gur ver­bin­den Turk und Seng­mül­ler his­to­ri­sche Gege­ben­hei­ten - wie die bis ins 19. Jahr­hun­dert in Linz bestehen­de Stras­ser­in­sel - mit aktu­el­len gesell­schafts­po­li­ti­schen Dis­kur­sen rund um die Nutz­bar­ma­chung des Donau­raums durch eine künst­li­che Insel.

"Die Ausstellung Donau:Insel veranschaulicht, wie Kunst komplexe wissenschaftliche Untersuchungen mittels künstlerischer Methoden aufgreifen kann. Im Fokus steht u.a. der aktuelle gesellschaftspolitische Diskurs rund um Aufschüttungen, Renaturierungen und Stadtentwicklung am Fluß. Besucher*innen können durch unterschiedliche Medien in der Ausstellung in neue Wahrnehmungsräume und Wissensgebiete eintauchen."
Herwig Turk und Gebhard Sengmüller

In flussnahen urbanen Ballungsräumen wie Linz oder Wien sieht man ganz deutlich, wie sehr natürliche Wasserkreisläufe und Fließgewässer durch menschliche Aktivitäten beeinflusst wurden und auch in Zukunft bleiben werden. Die technologischen Entwicklungen schreiben sich in das Flussbett ein, betreffen aber auch das Einzugsgebiet des Flusssystems sowie das Grundwasser. Überformung durch Regulierungen, verbaute Uferanlagen, Industriegebiete und Staustufen erzeugen eine Landschaft, die sich stark von der vor 150 Jahren unterscheidet. Mit ihren künstlerischen Strategien versuchen die Künstler, diese Transformationen sichtbar zu machen.

"Turk und Sengmüller enthüllen mit ihren multi-medialen Werken die Vielschichtigkeit der Donau. Ihre künstlerische Arbeit verdeutlicht auf eindrucksvolle visuelle Weise die Veränderungen des Flusses und seiner Umgebung. Dieses Zusammenwirken von Kunst und Wissenschaft eröffnet einen faszinierenden Blick auf die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses bedeutenden Gewässers mit besonderem Fokus auf die Gegebenheiten in Linz."
Hemma Schmutz, Direktorin Lentos Kunstmuseum

Alte Holzbalken, Seile, Ketten und deren getestete Belastbarkeit erzählen von den sich wandelnden Transportbedingungen und Querungen des mächtigen Flusses. Die verschwundenen Inseln, Auen und Arme der Donau erzeugen nostalgische Nachbilder einer Landschaft, die niemals nur Idylle war. Der Puls des Flusses ist heute ein anderer, sein Rhythmus verändert sich ständig. Die vor 70 Jahren ausgehobenen Baggerseen sind heute geschützte Inseln der Biodiversität - Oasen im Windschatten des größten Industriekomplexes Österreichs. Auch die Abdichtung des Grundwassers zur Donau veränderte den Stoffwechsel des Stromes. Schlackenberge erzeugen industrielle Panoramen an den Ufern der Traun.

Drohnenaufnahmen der Umrundung des Industriegebietes zeigen Strukturen von bizarrer Schönheit. Abstrakte Muster von Anlegestellen, Schienen, Straßen, Lagerplätzen und angehäuften Materialien aller Schattierungen treffen auf die unterschiedlichen Wasserfarben beim Zusammenfluss von Traun und Donau. Historische Fotografien dokumentieren in Momentaufnahmen die erste Phase der Umwandlung der landwirtschaftlichen Flächen von St. Peter und Zizlau in industriell genutzten Räume. Der Prozess einer radikalen Neuausrichtung auch der Landschaftsgestaltung manifestiert sich ab dem "Anschlussjahr" 1938, als fruchtbare Humusschichten abgetragen und eine Industrielandschaft errichtet wurde.

Videos, Installationen, Fotografien und skulpturale Objekte ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit dem Fluss und seiner Bedeutung für Mensch und Umwelt. Dabei erzeugen die in der Schau gezeigten Werke ein mehrdimensionales, dynamisches Landschaftsbild und verflechten unterschiedliche Themenfelder zu einer dichten visuellen Erzählung.

Besucherinnen und Besucher können die Sonderausstellung im Lentos Kunstmuseum Linz eingebettet in ein vielseitiges Rahmenprogramm erleben: www.lentos.at/ausstellungen/donauinsel

Eine Aus­stel­lung von:
Her­wig Turk & Geb­hard Seng­mül­ler in Zusam­men­ar­beit mit Ortrun Veichtlbauer

Ausstellungsdauer: 23. Februar bis 5. Mai 2024
Ausstellungseröffnung: 22. Februar 2024, 19:00 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10:00-18:00 Uhr, Donnerstag 10:00-20:00 Uhr