Mit Maß und Ziel. Sammlungen dokumentieren, pflegen und weiterentwickeln - Enns 2025
Berichtsband des 23. Oberösterreichischen Museumstages
Die Sammlungen sind der Kern jedes Museums. Ohne Objekte gibt es keine museale
Forschung, keine Ausstellungen und auch keine Vermittlung. Daher gilt es, besonders
gut auf die Museumssammlungen zu achten. Diese müssen inventarisiert werden, denn
sonst fehlt der Überblick über die Bestände. Die Objekte sollen natürlich auch
pfleglich behandelt werden, ansonsten würden sie Schaden nehmen und vielleicht
sogar unwiederbringlich verloren gehen.Darüber hinaus sollte es den Museen ein
Anliegen sein, ihre Sammlungen gezielt weiterzuentwickeln, um auch die Gegenwart
und in der Folge die jüngere Vergangenheit im Museum abzubilden. Doch für die
Inventarisierung
der Sammlungen und deren Pflege sowie für das Ausarbeiten von Sammlungskonzepten
bleibt im Museumsalltag allzu oft keine Zeit.
Daher standen beim 23. Oberösterreichischen Museumstag am 8. November 2025 genau diese Grundlagen der Museumsarbeit im Mittelpunkt. Warum ist die Dokumentation der Sammlungen so wichtig? Was ist unter Präventiver Konservierung zu verstehen und was kann diese zum Erhalt der Objekte beitragen? Warum sind Sammlungskonzepte für das Selbstverständnis eines Museums wesentlich? Und wie können wir darüber entscheiden, was wir heute für morgen sammeln? Das waren einige der Leitfragen, die als roter Faden durch den Tag führten.
Der Oberösterreichische Museumstag in der Stadthalle Enns bot
Gelegenheit dazu, sich eingehender mit diesen Fragen auseinanderzusetzen. Den
Ausgangspunkt des Tages bildete ein Referat zum Thema Sammlungskonzept, das
anschaulich aufzeigte, wie und warum das oft nicht besonders beliebte Papier zu
einem wertvollen Handlungsleitfaden in einem Museum und im Sammlungsalltag werden
kann.
Ein Aspekt in einem Sammlungskonzept ist auch die Frage: Wie und was sammeln wir in
unserem Museum in Zukunft? Jetzt einzuschätzen, was später einmal als interessantes
Zeugnis unserer Zeit gelten wird, ist schwierig. Wenn wir aber dieser Frage und
unseren Sammlungsstrategien etwas mehr Überlegung widmen, kann man Zeit bei der
Verwaltung und Erhaltung der Sammlungsobjekte einsparen, da die Bestände mit Maß
und Ziel erweitert werden - und die Sammlung gewinnt zudem noch mehr Profil.
Zum Bereich der Sammlungen gehört natürlich auch die Sammlungspflege. Die Sammlung
eines Museums langfristig zu erhalten, zählt zu den kontinuierlichen und oft
herausfordernden Arbeitsbereichen. Die Präventive Konservierung gibt Anleitungen
dazu, wie bereits mit kleinen Schritten große Wirkung beim Erhalt der Sammlungen
erzielt werden kann. Und so kann die Sammlungspflege auch organisch in den
Museumsalltag integriert werden.
Die Themenbereiche des Sammelns und des Inventarisierens wurden am Nachmittag im Rahmen von Kurzworkshops vertieft, bei denen neben praktischen Elementen zum Aktiv-Werden auch Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer behandelt wurden. Darüber hinaus blieb Raum für kollegialen Austausch. Eine Workshopführung im 2023 eröffneten Museum 1212 Enns ergänzte das Angebot am Nachmittag. Bei der dialogischen Führung wurden nicht nur das Werden des neuen Hauses und dessen inhaltliches und gestalterisches Konzept erläutert, vielmehr kamen auch Fragen zur Objektauswahl für die Dauerausstellung und zur Objektpflege, etwa im Museumsdepot, zur Sprache.
Die Beiträge des 23. Oberösterreichischen Museumstages liegen nun zum Nachlesen vor. Der Tagungsband kann beim Verbund Oberösterreichischer Museen bestellt werden.
E-Mail: office(kwfat)ooemuseen(kwfdot)at