Österreichischer Museumspreis 2026 | Auszeichnung für den Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim wird mit dem Österreichischen Museumspreis 2026 ausgezeichnet. Die höchste Auszeichnung für Museen in Österreich wird traditionell auf Empfehlung des Museumsbeirats verliehen. Das Expert:innengremium des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport würdigt damit herausragende Leistungen im Bereich der Museumsarbeit. Die feierliche Preisverleihung erfolgt am 15. Oktober 2026 beim Österreichischen Museumstag in Eisenstadt. Dotiert ist der Österreichische Museumspreis mit 20.000 Euro. Wir gratulieren dem gesamten Team herzlich!
Etwa 30.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen, KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter:innen wurden in der Gaskammer der Tötungsanstalt der Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1944 ermordet. Mit der Einrichtung der "Stiftung Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim" durch das Land Oberösterreich im Jahr 2005 konnte die Finanzierung der Institution dauerhaft gesichert werden. 2023 wurde im Schloss Hartheim die Dauerausstellung Wert des Lebens eröffnet. Sie zeigt die Entwicklung der Situation behinderter Menschen vom Zeitalter der Aufklärung bis zur Gegenwart und stellt Fragen aus Bereichen der Ethik und Medizin. Ein umfangreiches Vermittlungsangebot sensibilisiert sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich zu der Thematik und stellt Bezüge zur Gegenwart her.
Auszug aus der Beiratsbegründung
Das Museum ist ein Lernort im besten Sinne
Der
Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim ist ein Best-Practice-Beispiel dafür, wie es
möglich ist, an einer Gedenkstätte für Gegenwart und Zukunft zu lernen. Sowohl in
der Ausstellungsgestaltung als auch in den vielfältigen Vermittlungsprogrammen
nehmen das Lernen aus der Geschichte und das Lernen für die Gegenwart
gleichberechtigt Raum ein. (...) Auch bei der Konzeption und Durchführung der
Vermittlungsprogramme wird großer Wert daraufgelegt, einerseits die Geschichte der
NS-Verbrechen zu vermitteln und andererseits zur Reflexion darüber anzuregen, wie
mit Menschen mit Behinderungen vor, während und nach der NS-Zeit umgegangen wurde
und wird.
Das Museum ist von österreichweiter
Relevanz
(...) Der Lern- und Gedenkort Schloss
Hartheim ist aufgrund der Geschichte, seiner Themensetzung, seiner Ausrichtung und
seiner Besucher:innenstruktur ein österreichisches Museum von nationaler Bedeutung.
Da die Opfer der NS-"Euthanasie" aus ganz Österreich und den benachbarten Regionen
stammten, finden Angehörige und Forscher:innen aus allen Bundesländern im Museum
und in der dortigen Dokumentationsstelle gleichermaßen fachkundige und sensibel
aufbereitete Informationen zu den Opfern. (...)
Das Museum leistet konstant exzellente Arbeit
Seit der
Eröffnung im Jahr 2003 leisten die Mitarbeiter:innen des Lern- und Gedenkorts in
Leitung, Administration, Dokumentationsstelle und Kulturvermittlung dauerhaft
exzellente Arbeit auf hohem Niveau - geprägt von großer fachlicher Expertise und
sozialer Kompetenz. Unter der umsichtigen Leitung von Florian Schwanninger und
Irene Zauner-Leitner konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte
umgesetzt werden, die weniger als kurzfristige Leuchtturmprojekte, sondern vielmehr
als nachhaltige und dauerhafte Entwicklungen zu verstehen sind. (...)
Mitglieder des Museumbeirats sind:
Sibylle Dienesch (Graz Museum), Martin Hagmayr (Museum Arbeitswelt Steyr), Lisa
Noggler-Gürtler (Wien Museum, Tiroler Landesmuseen), Ümit Mares-Altinok (kultur
& gut, Wien Museum) und Hannes Sulzenbacher (Jüdisches Museum Wien)
Quellen:
Pressemeldung: Amt der Oö. Landesregierung,
9.6.2026
Pressemeldung: Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport,
9.6.2026