24. Jän. 2026 - 10. Mai 2026

Museum Angerlehner

Ascheter Straße 54, 4600 Thalheim bei Wels

Kontakt

Tel.: +43 7242 224422-0

Barrierefreier Museumsbesuch

Bauliche Barrierefreiheit

Über die Schönheit der Welt. Wolfgang Mayerhoffer | Museum Angerlehner

Mit der Ausstellung Über die Schönheit der Welt präsentiert das Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels erstmals das fotografische Werk von Wolfgang Mayerhoffer. Die Ausstellung kann vom 24. Jänner bis zum 10. Mai 2026 im Salon des Museums besucht werden.

Wolfgang Mayerhoffer ist ein Künstler, dessen Praxis an der Schnittstelle von Wahrnehmung, Technik und kontemplativer Erfahrung verortet ist. Nach seiner langjährigen Tätigkeit als Primar der Chirurgie am Salzkammergut Klinikum Bad Ischl überträgt Mayerhoffer die Präzision seines früheren Berufes auf die Kunst der Fotografie. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Auseinandersetzung mit der Natur, die nicht als bloßes Abbild, sondern als verdichtete visuelle Reflexion auf das Verhältnis des Menschen zur Welt erscheint.

Mayerhoffer arbeitet mit einer digitalen Großformatkamera. Das langsame, präzise Vorgehen erlaubt es, die Objektivebene gegen die Sensorenebene zu schwenken - die sogenannte Tilt-Shift-Technik - und so eine Schärfentiefe über Vorder-, Mittel- und Hintergrund hinweg zu erzeugen. Das Resultat sind Fotografien, deren Schärfe die physiologischen Grenzen des menschlichen Sehens übersteigt. Diese Überdeutlichkeit macht die Betrachtenden zugleich auf die Bedingungen des Sehens aufmerksam und lädt zu einer Reflexion über die eigene Wahrnehmung ein.

Die Bandbreite seiner fotografischen Arbeit reicht von monumentalen Panoramen, den sogenannten Great Vistas, die die Weite und Erhabenheit der Landschaft betonen, bis zu intimen, fast abstrakt wirkenden Intimate Landscapes, in denen Details wie Felsen, Wasseroberflächen oder Lichtreflexe zu strukturierten visuellen Elementen werden. Das vermeintlich Reale löst sich in Linien, Flächen und Farbräume auf - eine Transformation, die den Übergang von figürlicher Darstellung in die Abstraktion markiert.

Aus dieser Spannung zwischen Weite und Detail, zwischen monumentaler Übersicht und konzentrierter Nahsicht, entsteht eine Bildwelt, die nicht nur ästhetisch, sondern auch erkenntnistheoretisch aufgeladen ist. Gerade weil Mayerhoffers Fotografien das Sichtbare bis an die Grenzen des real Wahrnehmbaren verdichten, eröffnen sie einen Raum, in dem die Bedingungen des Sehens selbst reflektiert werden. Es sind Fotografien, entstanden aus einem Innehalten und einer bewusster Annäherung, nicht aus einem spontanen Ereignis, sondern als gezielter Akt des Gegenüber-Seins.

In einer Zeit beschleunigter und oft flüchtiger Bildproduktion wirken Mayerhoffers Arbeiten so beinahe anachronistisch - und gerade dadurch radikal zeitgenössisch. Seine präzise ausgewählten Landschaftsaufnahmen erzeugen ein spannungsvolles Verhältnis von Nähe und Distanz und verweisen auf ein bewusstes, reflektiertes Sehen als Voraussetzung von Wahrnehmung.

Die Distanz des Fotografen zu seinen Motiven ist dabei nicht als Trennung zu verstehen, sondern als Methode, das eigene Sehen zu reflektieren. Mayerhoffers Landschaftsfotografien entziehen sich der Logik des schnellen Schnappschusses und fordern eine konzentrierte Haltung der Aufmerksamkeit ein. Sie erscheinen wie ein Akt der Rückgewinnung einer bewussten Wahrnehmung, entschleunigen dabei unser Sehen und schärfen dieses für die Schönheit unserer Welt. 

Kurator: Antonio Rosa de Pauli

Zum Künstler:
Wolfgang Mayerhoffer (*1956 in Salzburg), arbeitete als Facharzt für Chirurgie und leitete als Primar die Abteilung Chirurgie am Salzkammergut Klinikum Bad Ischl. Nach seiner Pensionierung widmete er sich seiner langjährigen Leidenschaft: der Fotografie. Als Jugendlicher erhielt er eine fundierte Ausbildung in der analogen Schwarz-Weiß Fotografie am United World College of the Atlantic in Großbritannien. Später verfeinerte er seine Technik an der Prager Fotoschule Österreich sowie in Workshops mit renommierten englischen Landschaftsfotografen wie Joe Cornish, David Ward oder Charlie Waite, in denen er die Technik der Fachkamera kennenlernte. Mayerhoffer selbst arbeitet mit einer Arca Swiss Kamera und stellt seine Fotografien von der Motivsuche über das Auslösen bis hin
zu Druck und Rahmung in akribischer Arbeit selbst her.
Wolfgang Mayerhoffers Arbeiten wurden in einigen Ausstellungen, wie der Galerie der OÖ Fotografischen Gesellschaft, präsentiert und mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2024 gewann er die "Goldene Kamera" der Federation of European Photographers (FEP) in der Kategorie Landschaft für seine Serie über Dünen im Death Valley National Park. Seit 2025 ist er Jurymitglied der Swedish National Championships in Photography.

Ausstellungsdauer: 24. Jänner bis 10. Mai 2026 | Salon (nicht barrierefrei)
Ausstellungseröffnung: 24. Jänner 2026, 15:00 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag 14:00 - 18:00 Uhr, Sonntag 10:00 - 18:00 Uhr | Montag bis Freitag auf Anfrage (nur für Gruppen)