KO KU WA - Gemeinsam dazwischen. Leopold Kogler, Hans Kupelwieser und Manfred Wakolbinger | Museum Angerlehner
Drei bekannte Namen in einem Raum: KO KU WA - ein Titel als Programm. Die erste gemeinsame Ausstellung der drei Künstler - und nicht zuletzt der drei Freunde - Leopold Kogler, Hans Kupelwieser und Manfred Wakolbinger.
Ein besonderes Zusammentreffen in der großen Ausstellungshalle im Museum Angerlehner in Thalheim bei Wels. Ein Raum, der die notwendige Großzügigkeit besitzt, diese drei künstlerischen Gedankenwelten miteinander in Beziehung zu setzen. In drei Abschnitte geteilt, geben die Künstler Einblick in ihr aktuelles Schaffen, welches sich von Malerei über Skulptur bis hin zur Fotografie spannt.
Hans Kupelwieser eröffnet mit seinen großformatigen Fotogrammen (griech. "Fos" für "Licht" und lat. "gramma" für "Linie, Strich"). Bei diesen kameralosen Aufnahmen handelt es sich um fotografische Abbildungen, die durch direkte Belichtung eines auf einem lichtempfindlichenTrägermaterial liegenden Objekts entsteht. Eine Technik, mit welcher der Künstler seit langem arbeitet und über die Jahre für seine Bedürfnisse weiterentwickelt hat. Großformatige auf Leinwand aufgezogene Fotogramme von Alltagsgegenständen erstrecken sich über die weiße Hauptwand der Ausstellungshalle, welche nicht nur vom Inhalt her, sondern auch in ihrer Form differieren - eine Kunstform im Spannungsfeld zwischen Bild und Objekt. Ein Bogen, den Kupelwieser auch mit seiner großen Skulptur, welche wie schwerelos im Raum zu schweben scheint, weiterzieht. Zerknicktes Aluminium, spiegelnd, aber dennoch verzerrend, beleuchtet und geheimnisvoll, scheint diese neueste Skulptur wie ein Echo auf die Fotogramme zu sein - ein Spiel mit alltäglichen Objekten und Formen, die so verändert werden, dass sie von ihrer ursprünglichen Sinnbarkeit losgelöst erscheinen.
Im zentralen Bereich der Halle eröffnet sich das Werk von Leopold Kogler als markanter Gegensatz. Seine Arbeiten sind in intensiven Farbräumen angelegt - scheinbar abstrakt, zugleich jedoch an gegenständliche Wahrnehmung gebunden.
Kogler entwickelt einen markanten malerischen Duktus, der sowohl Nähe als auch Weite entstehen lässt. Mit differenzierter Pinselführung und einem präzisen Gespür für Farbe erzeugt der Künstler Bildwelten, die uns in die Weite, den Horizont oder auf spiegelndes Wasser blicken lassen. Trotz der Abwesenheit figurativer Elemente entstehen Bildräume, die in ihrer Farbigkeit und Komposition eine Suggestion von Natur, Licht und Atmosphäre evozieren - ein visuelles Wechselspiel zwischen Andeutung, Abstraktion und Wahrnehmung.
Manfred Wakolbinger setzt den Schlusspunkt in der großen Halle und verwandelt die Fläche unter dem Lastenkran des Museums in - so könnte man meinen - einen Aussichtspunkt in die Ferne. Großformatige Skulpturen aus Kupfer, Glas und Eisen treffen hier aufeinander und geben einen einzigartigen Einblick in das Schaffen von Wakolbinger, bestehend aus seltsamen amorphen Strukturen, eindrücklichen Guckkästen, einer Leiter ins Nichts bis hin zu scheinbar schwebenden Galaxien. Edel geschwungen und geometrisch fließend erscheinen seine Skulpturen figurativ, beinahe körperhaft und gleichzeitig doch abstrakt. Manfred Wakolbinger spielt bewusst mit der Zusammenstellung von Materialien und deren Beschaffenheit, um seine eindrückliche Formensprache im Raum zu realisieren. Lötzinn bricht mit dem makellosen Kupfer, Glas umschließt teilweise die Skulpturen oder dient als Podest während dem Edelstahl eine stützende Rolle zukommt. Es entsteht eine Dynamik zwischen dem Innen und dem Außen der Skulptur, zwischen physischer Präsenz und transzendenter Form und erscheint somit, wie die teils in Skulpturen verstecken Spiegel, als skulpturale Reflexion über Wahrnehmung und Sein.
KO KU WA ist mehr als eine Ausstellung, es ist eine präzise Setzung im Spannungsfeld des Dazwischen. Kupelwiesers Fotogramme und Skulpturen bewegen sich zwischen Abbild und Objekt, Koglers Malereien zwischen Abstraktion und Naturbezug und Manfred Wakolbingers Skulpturen zwischen Materialität und physischer Erfahrung. Dieses Konzept des Dazwischen wird nicht nur inhaltlich verhandelt, sondern durch die räumliche Konstellation und künstlerische Differenz zugleich erfahrbar gemacht. Es ist aber vor allem der Höhepunkt einer jahrelangen Freundschaft dieser drei Künstler, die stets zusammen im Dazwischen verbunden sind.
Kurator: Mag. Antonio Rosa de Pauli
Ausstellungsdauer: 27. September 2025 bis 29. März 2026 | Große
Ausstellungshalle
Ausstellungseröffnung: 27. September 2025, 15:00 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag 14:00 - 18:00 Uhr, Sonntag 10:00 - 18:00
Uhr | Montag bis Freitag auf Anfrage (nur für Gruppen)