11. Feb. 2024 - 31. März 2024

Museum Angerlehner

Ascheter Straße 54, 4600 Thalheim bei Wels

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SIOLENCE. Gewalt als zeitlose Unkunst | Museum Angerlehner

Eine Ausstellung von und mit Elfie Semotan

Im Laufe der Zeit hat die Kunst sich auf vielfältige Weise mit dem Thema Gewalt in unserer Gesellschaft befasst. Im Speziellen mit jener gegen Frauen und Mädchen. Schreiend, traurig, mit Narben, Blut, blaue Flecken, zerstörte Gegenstände, zerrissenes Gewand.
Diese Ausstellung tut das nicht! Diese Ausstellung ist die bewusste Inszenierung der Stille. Denn es ist die Stille, in die sich Opfer hüllen, weil Gewalt ein Tabuthema ist, die Stille, der sie nicht entkommen.
Und: es ist die Stille, die Gewalt vorantreibt. Denn das Schweigen der Gesellschaft hat zur Konsequenz, dass Gewalt immer weitergeht.

Das stille Einfangen des bedrückenden Gefühls der Opfer, die geschlagen, misshandelt, sexuell missbraucht, kontrolliert, gestalkt und bedroht wurden - das ist die Idee dieser Ausstellung von Soroptimist International Österreich nach einem Konzept von BBDO Wien, das die internationale Fotografin Elfie Semotan mit behutsamem Feingefühl umgesetzt hat. Doch die Abbildung der Stille ist es nicht allein. Mit dem Ziel, etwas zu bewegen, wachzurütteln und das Wegschauen und Weghören zu beenden, brechen alle Opfer in der Ausstellung "Siolence" ihr Schweigen und sprechen in eindrucksvoll mutiger Art und Weise über das Erlebte, ihre Gefühle, ihre Angst. Es ist ein Beginn. Denn Gewalt an Frauen darf nicht akzeptiert und auch nicht weiter verschwiegen werden.

Schwerpunktkampagne der Soroptimist International Österreich

Mit der Kampagne "Siolence" gibt Soroptimist International Österreich Gewalt Gesichter und Stimmen und schafft ein neues Wort für die Unkunst, die Opfer erleben und unsere Gesellschaft täglich lebt. Und zwar alle gemeinsam. Die Täter und all jene, die sich dadurch schuldig machen, dass sie wegschauen und stillschweigen. Dass sie ignorieren, statt einzuschreiten oder Hilfe zu holen. Dies wird nicht angeprangert, denn auch das Wegschauen und Weghören sind lediglich Produkte jahrhundertelanger Sozialisierung. Aber es ist ein Appell an Menschlichkeit und den Verstand, dass dieser Unkunst ein Ende bereitet werden muss. Durch alle, für alle. Und eine gewaltlose Zukunft für kommende Generationen.


Elfie Semotan
(geb. 1941 in Wels, lebt und arbeitet in Wien, New York und Jennersdorf) ist eine renommierte Fotografin, die in den letzten 50 Jahren ein umfangreiches Werk geschaffen hat, das Landschaften, Stillleben, Akte, Porträts, Modestrecken und konzeptionelle Arbeiten umfasst. Am bekanntesten ist Semotan für Modefotografie und ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem österreichischen Modedesigner Helmut Lang. Sie ist bekannt für ihre Fähigkeit, Realität und Fiktion miteinander zu verschmelzen und die Grenzen zwischen Kunstgeschichte, Mode und Alltagsleben aufzulösen. Obwohl ihre Arbeit zahlreiche Genres umfasst, ist es ihr scharfer Blick auf die alltäglichen, banalen Aspekte der Realität - Models mit Löchern in ihren Strumpfhosen, verwelkte Blumen in einer Vase, ein über einen Stuhl drapiertes Couture-Kleid oder eine Plastikrolle inmitten von hohem Gras in der texanischen Landschaft -, der zum bestimmenden Merkmal von Semotans Werk geworden ist. Durch die Manipulation von Licht, Fokus und Perspektive aktiviert Semotan die Feinheiten zwischen offener Aktion und Inszenierung, um Individualität, Authentizität und Stimmung in jedem ihrer Bilder in den Vordergrund zu stellen.


Ausstellungsdauer:
11. Februar bis 31. März 2024
Ausstellungseröffnung: 11. Februar 2024, 11:00 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag 14:00 - 18:00 Uhr, Sonntag 10:00 - 18:00 Uhr
Montag - Freitag auf Anfrage (nur für Gruppen)