03. Feb. 2023 - 15. Apr. 2023

Museum Innviertler Volkskundehaus

Kirchenplatz 13, 4910 Ried im Innkreis

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Ernst August von Mandelsloh. Maler zwischen Parteitreue und künstlerischer Freiheit | Museum Innviertler Volkskundehaus


Die Innviertler Künstlergilde (IKG) ist eine der ältesten Künstlervereinigungen Österreichs. Zu ihrem 100-jährigen Jubiläum hat die Innviertler Künstlergilde (IKG) aufgerufen die Geschichte der Künstlervereinigung aufzuarbeiten und dabei den Fokus auch auf die Zeitgeschichte zu legen. Das Ausstellungsprogramm 2023 des Museums Innviertler Volkskundehaus ist ganz auf das Jubiläum ausgerichtet und widmet die erste Sonderausstellung Ernst August von Mandelsloh (1886-1962).

"Ernst August von Mandelsloh - ein Maler zwischen Parteitreue und künstlerischer Freiheit": Der 1886 in Wels geborene Mandelsloh hatte zunächst eine militärische Laufbahn eingeschlagen. Nach dem Zerfall der Donaumonarchie flüchtete er sich in die Kunst. Als Künstler beschäftigten Mandelsloh vor allem Landschaften und Industriearchitekturen. Von Präsident Hans von Hammerstein 1926 in die IKG eingeführt, wurde Mandelsloh - entgegen den Satzungen - ohne akademischen Abschluss in die Künstlervereinigung aufgenommen. 1931 avancierte er zum Vorsitzenden der IKG. Mandelsloh trat 1932 der NSDAP bei, wurde ein Jahr später Mitglied der SS und nach dem Anschluss Unterbevollmächtigter für die IKG sowie Landesleiter der Reichskammer der bildenden Künste im Gau Oberdonau und somit höchster NS-Kunstbeauftragter.

Entgegen der offiziellen Parteilinie war Mandelsloh ein Verfechter des deutschen Expressionismus, obwohl er in sein Schaffen nie expressive Elemente einfließen ließ. Er wollte "eine revolutionäre Kunst des Dritten Reichs, aber keine rückblickende". Seine Funktion als SS-Oberscharführer ermöglichte ihm auch so manche Freiheiten gegenüber örtlichen Parteifunktionären. Er verwendete sie nicht nur für die ihn persönlich betreffenden Rieder Interessen, sondern half politisch angefeindeten Künstlerkollegen wie Aloys Wach, Sergius Pauser, Erwin Lang oder Alfred Kubin - letzterem vor allem in Hinblick auf eine mögliche Verfolgung seiner halbjüdischen Ehefrau.

Eröffnung: 2. Februar 2023, 19:00 Uhr
Ausstellungsdauer: 3. Februar bis 15. April 2023