03. März 2020 - 01. Feb. 2021

Museum Lauriacum

Hauptplatz 19, 4470 Enns

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Tel.: 07223/85362

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Hercules im Kalkbrennofen – Massenproduktion und Müllentsorgung in Lauriacum | Sonderausstellung | Museum Lauriacum

Seit 2016 widmet sich ein Forschungsprojekt des OÖ. Landesmuseums und der Universität Salzburg dem Ofen Nr.9 der größten bekannten Kalkbrennbatterie des Imperium Romanum. Die 12 Kalkbrennöfen von Lauriacum/Enns wurden von Soldaten der hier stationierten 2. Italischen Legion errichtet. Im Ofen Nr.9 wurde wahrscheinlich über 150 Jahre Kalk gebrannt. Nach seiner Auflassung in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts n. Chr. diente er als überdimensionaler "Mülleimer". Neben zahllosen Kalksteinen fanden sich große Mengen an Bauschutt (darunter über 1000 Kilogramm Ziegelbruch) sowie Glas- und Keramikscherben, Metallobjekte und einige Münzen. Zahlreiche Tierknochen sind einerseits als Speiseabfall zu interpretieren und geben damit einen Einblick zu Essgewohnheiten am Donaulimes. In Sachen Fleisch standen auf der römischen Speisekarte Rind und Schwein an erster Stelle, aber auch Schaf/Ziege, Geflügel und Fisch konnten nachgewiesen werden. Andererseits belegen die Teilskelette von Maultieren/Pferden und Hunden auch die Kadaverentsorgung in dem ehemaligen Kalkbrennofen. Warum sogar vereinzelte von Tieren angenagte Menschenknochen in den Ofen gelangt sind, ist eines der ungelösten Rätsel. Die interessanteste Fundgruppe stellen die "Römersteine" dar, die mit dem Hercules-Kult in Zusammenhang stehen. Es handelt sich dabei um Fragmente von Hercules-Statuetten und Weihinschriften an den Gott. Ein vollständig erhaltener Weihaltar wurde von Aelius Marcellus gestiftet. Er war immunis calcariensis - also militärischer Verwalter der Kalkbrennöfen von Lauriacum.

Der zweite Teil der Sonderausstellung im Museum Lauriacum ist dem "Wundermittel Kalk" gewidmet. Die berühmte römische Baukultur würde ohne Kalk nicht existieren. Es gäbe keine Bauten in Gussmörtel-Technik, dem für die Römer so typischen opus caementitium, keine Estrichböden und keine Fresken auf Wandverputz. Neben seiner Bedeutung als Baustoff wurde calx bereits in der Antike als Düngemittel, zur Desinfektion und Reinigung sowie als Bestandteil von medizinischen Produkten, Kosmetika und vielem mehr verwendet.   

Dauer der Ausstellung:
April 2020 bis Februar 2021

Öffnungszeiten:
1. Mai bis 31. Oktober: Montag bis Sonntag: 9:00 - 17:00 Uhr
1. November bis 30. April: Montag bis Freitag: 9:00 - 15:00 Uhr

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