Hinweise zur Verwendung von Stickstoff in Museen

Museen und Archive bemühen sich sehr um die nachhaltige Erhaltung ihrer Bestände, die als österreichisches Kulturerbe und Weltkulturerbe von größter Bedeutung sind. Vor allem die präventive Konservierung und die Schädlingsbekämpfung sind ein großes Anliegen dieser Institutionen. Zur wirkungsvollen Schadensprävention und -bekämpfung führen Kultureinrichtungen weltweit seit vielen Jahren Stickstoffbehandlungen durch. Diese Stickstoffbehandlung stellt die einzig völlig giftfreie, weltweit angewandte und zudem schonendste Methode für Mensch und Objekt dar, um Schädlinge in allen Entwicklungsstadien zuverlässig abzutöten.

Mit der im Jahr 2012 erlassenen und seit September 2017 weitreichende Wirkung entfaltenden Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 wird - unter anderem - die konservatorische Behandlung von Objekten mit Stickstoff stark reglementiert und somit für unsere Institutionen nahezu unmöglich gemacht. Dies stellt für die Museen ein massives Problem dar: Der Großteil der Kunst- und Kulturobjekte ist ständig der Gefahr ausgesetzt, durch Organismen beschädigt oder gar zerstört zu werden.

Die Vorteile einer Stickstoffbehandlung liegen zum einen darin, dass sie sowohl als präventive Maßnahme (z. B. für alle von außen kommenden Objekte in eine Sammlung/in ein Depot) als auch zur Bekämpfung von aktivem Befall eingesetzt werden kann. Zum anderen ist diese Art der Behandlung wesentlich schonender und risikoreduzierter möglich als alle anderen Behandlungsmethoden und auch für einen Großteil der Objekte - gemessen an der Materialbeschaffenheit und an der Größe - anwendbar.

Im Auftrag von Frau BM Köstinger stellt das Ministerium zum Thema "Verordnung (EU) Nr. 528/2012 Stickstoffbehandlung von Objekten" Folgendes klar:
"Abschließend darf zusammengefasst werden, dass sich das BMNT als Biozidbehörde für eine Ausnahmeregelung einsetzen wird. Falls diese Bemühungen aber nicht von Erfolg gekrönt sein sollten, werden wir die Änderungen des Anhang I abwarten und danach auf Sie [ICOM Österreich] zukommen, falls eine Antragstellung erforderlich ist. Bis dahin und für die Dauer eines allfälligen Verfahrens können von behördlicher Seite zum Schutz von Kunst- und Kulturgütern aus Gründen der Verhältnismäßigkeit Stickstoffkammern und -generatoren weiter betrieben werden."

 
Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Website von ICOM Österreich.

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